Die Pension TRECIUS nimmt das sog. Piano Nobile, das heißt die Räume des ersten Stockwerkes ein, die einst von den Besitzern des Hauses zu Wohnzwecken genutzt worden waren. Der Hotelbereich entstand durch Teilung zweier großer Säle in vier Zimmer. Das fünfte Pensionszimmer ist ein ehemaliges Schlafgemach. Dieses Zimmer hat sein originales architektonisches Aussehen behalten.
Obwohl der Ursprung dieses Hauses tief ins 13 Jh. reicht, war der erste namentlich bekannte Eigentümer des Hauses Krzysztof Trecjusz, der erst Ende des 16. Jh. lebte. Es ist bekannt, dass er die Funktion eines königlichen Sekretärs, höchstwahrscheinlich am Hofe des Königs Stefan Batory, inne hatte. Von seinem Namen wurde der Name der Pension abgeleitet, und zu seinen Zeiten erfolgte eine bedeutende Erweiterung des Gebäudes, unter anderem wurde die zweite Etage aufgestockt. Vielleicht erhielt damals das Haus auch die reichhaltig verzierten Fenster- und Türeinrahmungen aus Stein (leider nicht erhalten), auf deren Fragmente wir zuletzt bei der Renovierung der Pensionsräume gestoßen sind. Diese Art der Ausstattung zeugte vom Reichtum und vom Rang des Eigentümers. Am Haus gab es zahlreiche Steinportale, und die Außenfenster hatten dekorierte Steinleibungen und -streben. Nach der Familie Trecjusz ging das Haus in den Besitz der Familie Kotlicki über, die in den Kellerräumen eine Weinstube einrichtete. Am längsten, nämlich über hundert Jahre lang, gehörte das Haus im 17. und 18. Jh. der Familie Molenda. Seit dieser Zeit pflegt man es das "Molenda-Haus" ("Kamienica Molendowska") zu nennen.

Das 19. Jahrhundert war die Zeit der Armut, der Bautenzerstörungen und vieler Änderungen, die sich in Krakau vollzogen. So wurden die Stadtmauern sowie das Rathaus abgetragen und in den Höfen wurden viele nicht selten deprimierende Hinterhäuser errichtet. In der zweiten Hälfte des 19. Jh., als es der Stadt wieder besser ging, kam die Zeit der Modernisierung und Renovierung der Häuser. Leider hat man das oft auf Kosten ihrer historischen Ausstattung gemacht. Diese Zeit hat die Bebauung der Altstadt dauerhaft geprägt. Große viereckige Fenster, zweiflügelige symmetrische Türen und die Durchgangs-zimmer sind ein Nachlass dieser Zeit. Noch vor 150 Jahren hatte das Molenda-Haus eine völlig andere Außen- und Innenansicht. Es besaß u.a. ein großes Torportal mit einer Einfahrt in den Innenhof von der Straße ul. Floriañska aus, weiterhin ein altes gotisches Treppenhaus, von dem es heute gar keine Spuren mehr gibt. In den 20er Jahren der Zwischenkriegszeit kam die Mode auf, den Fassaden der alten Gebäude neue Ansichten zu verleihen. Auch dem Molenda-Haus blieb nichts erspart. Seine heutige Fassade stammt aus den 30er Jahren des 20. Jh. Von der ehemaligen Erdgeschossansicht (ein Ladenportal und ein Steinbogen über dem Einfahrtstor zum Innenhof) blieb nur ein Stück Kette an der Hausecke, einst zum nächtlichen Schließen der Straße und gegen Tumulte gedacht, übrig.

Aus dieser kurzen Geschichte geht hervor, dass das Haus über Jahrhunderte nicht nur seine Eigentümer gewechselt, sondern auch sich selbst, den Moden und Trends folgend, verändert hat.

Während der mehrhundertjährigen Geschichte haben sich jedoch manche Elemente erhalten, die Sie im Eingangsflur, am Empfang und in dem bereits erwähnten kleinen Schlafgemach bewundern können, in dem zwei Steinsäulen und ein wunderschöner gotischer handgeformter Backstein ("Fingerbackstein") mit dem Abdruck der "Teufelspfote" erhalten geblieben sind.


Wir laden Sie für eine Nacht oder länger in die Pension TRECIUS ein, in der man das Trompeterlied vom Turm der Marienkirche in der Nacht hört und die Mauern ihre Geschichte erzählen.